Innovationsregion Ulm erhält Landesförderung für Bioökonomie
Die Innovationsregion Ulm erhält für das Projekt „Nachhaltige urbane Bioökonomie in der Innovationsregion Ulm“ (NABINNU) eine bedeutende Förderung von über 100.000 Euro des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg. Ziel des Projekts ist es, gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Kommunen eine regionale Bioökonomiestrategie zu entwickeln und konkrete Maßnahmen für eine nachhaltige, biobasierte Kreislaufwirtschaft auf den Weg zu bringen.
Bioökonomie steht für eine klimafreundliche und ressourcenschonende Wirtschaftsweise, für nachhaltige Kreislaufwirtschaft statt fossiler Rohstoffe und einen grundlegenden Wandel in Produktion und Konsum. Anstelle von Erdöl, Erdgas und endlichen Ressourcen setzt das Konzept auf nachwachsende Rohstoffe, Kaskadennutzung und Recycling. Biomasse wie Pflanzen, Holz, Pilze oder Mikroorganismen bilden die Basis für innovative Produkte. Ob Bioplastik aus pflanzlichen Reststoffen, Textilien aus Holzfasern, biogene Aktivkohle zur Wasseraufbereitung oder organische Düngemittel aus Biogasanlagen – die Bioökonomie nutzt moderne Biotechnologie und setzt auf geschlossene Kreisläufe, um Abhängigkeiten von fossilen Rohstoffen abzubauen und Müllberge gar nicht erst entstehen zu lassen.
Mit der Förderung unterstreicht das Land Baden-Württemberg die Bedeutung der Innovationsregion Ulm als Standort für nachhaltige Innovationen. Das Projekt soll dazu beitragen, neue Wertschöpfungsketten zu etablieren, Ressourcen effizienter zu nutzen und die Region langfristig als Vorreiter einer nachhaltigen Bioökonomie zu positionieren. Mit dem Projekt „NABINNU“ baut die Innovationsregion Ulm auf den Vorarbeiten im Alb-Donau-Kreis auf. Dort wurde bereits 2021 der Grundstein für die regionale Bioökonomie gelegt.
Das Projekt „NABINNU“ knüpft an diese Vorarbeiten an und weitet den erfolgreichen Ansatz nun auf die gesamte Innovationsregion Ulm aus. Im Mittelpunkt stehen die Entwicklung einer regionalen Bioökonomiestrategie, eine Stoffstromanalyse sowie die Identifikation konkreter Maßnahmen mit hohem Zukunftspotenzial. Untersucht werden hierbei unter anderem die Rückgewinnung von Nährstoffen aus Kläranlagen zur Herstellung von Düngemitteln, der Einsatz von Pflanzenkohle für klimaresiliente Schwammstadtkonzepte, biogene Aktivkohle für die Wasseraufbereitung sowie innovative Nutzungsmöglichkeiten organischer Reststoffe.
Die Kick-off-Veranstaltung am 27. Juli 2026 markierte den offiziellen Startschuss für das Projekt „NABINNU“. Die Innovationsregion Ulm informierte die Partner aus Wissenschaft, Wirtschaft und Kommunen über die genauen Projektziele. Bürgermeister Tim von Winning sprach über die Überlegungen der Stadt Ulm zum Einsatz von Pflanzenkohle unter anderem bei der Landesgartenschau 2030 und Jonathan Fuchs vom Klärwerk Steinhäule gab spannende Einblicke zur Anwendung in der Praxis.
„Die Bioökonomie bietet enorme Chancen für unsere Region. Sie verbindet Innovation, Klimaschutz und wirtschaftliche Entwicklung und schafft neue Möglichkeiten für Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Kommunen. Mit NABINNU möchten wir die vorhandenen Kompetenzen der Innovationsregion Ulm gezielt vernetzen und gemeinsam Lösungen entwickeln, die einen echten Mehrwert für die Region schaffen“, erklärt Simone Strobel, Geschäftsführerin der Innovationsregion Ulm.
