Neuer Raum für Künstler

20. Oktober 2014

Das LEW-Gebäude liegt prominent mitten in der Stadt am Heiner-Metzger-Platz, gegenüber der künftigen Glacis-Galerie. Die Stadtbücherei im Erdgeschoss zieht Menschen an, doch seit das Amtsgericht aus den oberen Stockwerken ausgezogen ist, stehen rund 1200 Quadratmeter leer. Sie werden nun wieder mit Leben gefüllt. In den größten Teil der Räume ziehen Künstler ein. Auch die Geschichtsbibliothek, die unter Raumnot leidet, erhält dort Flächen. Der Ausschuss für Bildung, Familie und Kultur stimmte dem Konzept der Stadtverwaltung einmütig zu. Das LEW-Gebäude wird damit, wie es Christa Wanke (FDP) ausdrückte, zu einem "kleinen Kulturzentrum".

Allerdings nur interimsweise. Denn das in die Jahre gekommene und sanierungsbedürftige Gebäude soll nach den Vorstellungen der Stadtverwaltung einem Neubau Platz machen. Noch gibt es dazu jedoch keine konkreten Pläne, selbst der Abriss-Beschluss steht aus. Wann und ob er gefasst wird, ist offen. Abriss und Neubau oder Sanierung – mit dieser Entscheidung müssen sich die Stadträte befassen, wenn die Kosten kalkuliert sind und es konkretere Pläne gibt. In der Zwischenzeit stellt die Stadt mehr als 1000 Quadratmeter für bildende Künstler bereit. Für Musiker seien die Räume ungeeignet, weil das Haus sehr hellhörig ist. Die Künstler sollen günstige, kurzfristig kündbare Mietverträge erhalten, in denen bereits festgehalten ist, dass die Stadt sich nicht zu einer Ersatzlösung verpflichtet. Fachbereichsleiter Ralph Seiffert, der von den Stadträten viel Lob für die Idee der künstlerischen Nutzung erhielt, schwebt Subkultur im LEW-Gebäude vor. "Gerade Interimslösungen in nicht sanierten Gebäuden bieten Künstlern die nötigen Freiräume."

Für die Nutzung werden monatlich 1 €/ m² sowie darüber hinaus die anteiligen Nebenkosten in Rechnung gestellt. Nach Abbruch des LEW-Gebäudes haben die Mieter keinen Anspruch auf Ersatzräumlichkeiten. Aufgrund der Hellhörigkeit des Bauwerks können keine Räume an Bands oder vergleichbare Nutzer vergeben werden. Interessierte Künstler und Kulturvereine können sich ab sofort im Rathaus an Frau Mareike Kuch wenden. Bei der Bewerbung sollte angegeben werden, welche konkrete Tätigkeit geplant ist. Die Räume werden vorzugsweise an Neu-Ulmer Künstlerinnen und Künstler vergeben. Eine erste Vergabe soll unter allen Bewerbungen, die bis zum 31. Oktober eingehen, erfolgen. Sind dann noch Flächen frei, insgesamt stehen knapp 1200 Quadratmeter im LEW-Gebäude leer, können auch später eingehende Bewerbungen berücksichtigt werden.

Neuer Raum für Künstler

Wo früher Akten gewälzt wurden, wird schon bald Kunst entstehen: Die Stadt Neu-Ulm will freie Flächen im ehemaligen LEW-Gebäude am Heiner-Metzger-Platz Künstlern zur Verfügung stellen. In dem über 60 Jahre alten fünfstöckigen Gebäude stehen nach dem Auszug des Amtsgerichts im vergangenen Jahr fast ein Drittel der Räume leer.

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