Belohnung fürs Fahrradfahren: Studentinnen entwerfen App

15. Dezember 2015

Der ständig überfüllte Parkplatz an der Neu-Ulmer Hochschule hat sie zum Nachdenken bewegt: „Man müsste die Leute irgendwie dafür belohnen, dass sie mit dem Fahrrad und nicht mit dem Auto zur Uni kommen“, dachte sich Franziska Renn.
Zusammen mit Kommilitoninnen hat die 26-jährige Studentin eine Lösung für das Problem entwickelt: Eine Bicycle-App die fürs Fahrradfahren belohnt. Das Konzept dahinter: Fest installierte Stationen erkennen den vorbeifahrenden Radler an einem RFID-Chip, der an seinem Fahrrad klebt. Jedes Mal, wenn er eine Station passiert, bekommt der Radfahrer Punkte gutgeschrieben. Die Punkte kann er dann im Ulmer Einzelhandel oder der Gastronomie in Prämien einlösen.
„Alle, die wir angeschrieben haben, fanden die Idee toll“, berichtet Tamara Scheck über die bisherige Suche nach Prämienpartnern. Eine feste Zusage haben sie zwar noch nicht, aber Läden wie zum Beispiel Fruchtrausch in der Hafengasse oder auch der Donau-Iller-Nahverkehrsverbund (DING) hätten sich interessiert gezeigt, sagt die 25-jährige Studentin.
Das Konzept könne man aber auch mit der Entdeckung von Kultur und Natur verbinden, sagen sie. Stelle man die RFID-Stationen zum Beispiel an Radwanderwegen oder Aussichtspunkten auf, könnten die Teilnehmer dazu bewegt werden, sich körperlich zu betätigen und gleichzeitig die Natur zu entdecken.
Zum Beispiel den Donauraum. Eine Idee, die in dieser Form natürlich auch dem Donaubüro gefällt. Mit dem DORA-Wettbewerb („Donauraum-App-Award“) zeichnet es App-Entwickler aus, die den „Donauraum durch den Einsatz neuester Technologien auf innovative Weise erschließbar, erfahrbar und erlebbar machen“, erklärt das Donaubüro auf seiner Webseite. Für ihre Bicycle-App wurden die Studentinnen deswegen dieses Jahr mit einem mit 1000 Euro dotierten dritten Platz ausgezeichnet.
Bisher haben die Neu-Ulmer Kommilitoninnen allerdings lediglich das Konzept für die App entworfen. Zum Programmieren fehlen ihnen noch die nötigen Kenntnisse. Die wollen sie sich aber auf jeden Fall noch aneignen – entweder im Selbststudium, oder durch interessierte Kommilitonen, die mit ins Boot wollen.

Wollen das Umweltbewusstsein an ihrer Hochschule schärfen: Tamara Scheck (links) und Franziska Renn (rechts). (Text und Bild: Südwest Presse Ulm)
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