Eine App einfach selber machen

27. April 2018
Ulm, 27.04.2018 – Technik ist nicht nur Männersache – beim diesjährigen Girls’Day an der Hochschule Ulm zeigten Mädchen zwischen zwölf und 18 Jahren wieder, dass Frauen die gleichen Berufe offen stehen wie Männern. Ziel der bundesweiten Aktion ist es, jungen Frauen Einblicke in Bereiche zu vermitteln, in denen bisher meist Männer arbeiten. Die Hochschule Ulm lud anlässlich des Aktionstags rund 60 Schülerinnen aus Ulm und dem Alb-Donau-Kreis zu fünf unterschiedlichen Workshops ein.
„Wie programmiere ich mir meine eigene Android App?“ –  das wollten die Teilnehmerinnen im Workshop der Wirtschaftsinformatik erfahren. Mit Hilfe eines Programms erstellten die Mädchen das Aussehen, die Bedienung und die Funktionen ihrer App. Die 15-jährige Viktoria wollte das schon immer einmal ausprobieren. „Ich finde es total interessant mir hier meine eigene App programmieren zu dürfen. Das macht man ja sonst nicht“, so die Schülerin des Ulmer Gymnasiums St. Hildegard.
Im Institut für Fertigungstechnik und Werkstoffprüfung ging es handfester zur Sache: Hier konnten die Teilnehmerinnen einen Stifthalter mit Hilfe einer Laser-Anlage herstellen, den sie anschließend mit nach Hause nehmen durften. Dass Bananen und Menschen zu ungefähr 50 Prozent die gleichen Gene besitzen, erfuhren die Schülerinnen im Workshop an der Fakultät Mechatronik und Medizintechnik. Zukünftige Energie-Ingenieurinnen lernten am Institut für Energie- und Antriebstechnik, wie eine Solaranlage funktioniert und welche anderen Möglichkeiten es noch gibt, Energie „erneuerbar“ zu nutzen.  
Obwohl der Anteil der Studentinnen an der Hochschule Ulm in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen ist, gibt es immer noch Studiengänge, in denen deutlich mehr Männer studieren, so beispielsweise auch im Studiengang Wirtschaftsinformatik (WI). Prof. Reinhold von Schwerin, Studiendekan im Studiengang WI, möchte mit der Veranstaltung auch Mädchen dazu bringen, sich mit Informatik auseinander zu setzen – und dies auf spielerische Weise. „Die Apps werden quasi zusammen gepuzzelt, wobei dennoch schon ein paar Prinzipien der Programmierung klar werden. Damit möchte wir auch die Hochschule als einen Ort vorstellen, an dem das Lernen Spaß macht.“
Ob Viktoria später einmal Informatik studieren wird, weiß sie noch nicht sicher. „Ich konnte mir bisher nichts darunter vorstellen.“ Dank des Girls’Days weiß sie jetzt, dass ein Informatik-Studium auch ganz konkrete Bezugspunkte zu ihrem Alltag hat.
Bildunterschrift: Girls’Day-Teilnehmerin Viktoria programmiert sich ihre eigene App.
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