Einer der innovationsstärksten Räume Europas

18. März 2019

Die Technologieachse Süd erstreckt sich in Baden-Württemberg von der Metropolregion Rhein-Neckar entlang der Autobahn A8 bis nach Südostbayern. Dieser Raum mit 41 kreisfreien Städten und Landkreisen vereint eine weit überdurchschnittliche wirtschaftliche und technologische Leistungsfähigkeit und spielt damit als eines der wichtigsten Arbeitsmarktzentren in Deutschland eine tragende Rolle. Viele Indikatoren bestätigen den Korridor als führende Innovationsregion in Europa:

  • Laut Prognos werden entlang des Kernraums dieser Achse mit nur 12 Prozent der deutschen Bevölkerung 17 Prozent des Gesamtumsatzes in der Industrie erwirtschaftet.
  • Die Regionen der Technologieachse Süd beschäftigen 28 Prozent aller Beschäftigten in Forschung und Entwicklung in Deutschland und sind mit 31 Prozent für fast ein Drittel aller deutschen Patentanmeldungen verantwortlich.
  • Der Wirtschaftsraum ist in hohem Maß auf technologie- und wissensintensive Leitbranchen fokussiert: Fahrzeugbau/Luftfahrzeugbau, Maschinenbau, Elektro, unternehmensnahe und IT-Dienstleistungen, Medien / Telekommunikation sowie Chemie/Pharma. Sie sind durchschnittlich um rund 40 Prozent stärker vertreten als im Bundesdurchschnitt.

Ausgangspunkt der aktuellen Untersuchung war eine erste Analyse im Jahr 2013. Schon damals wurde klar, dass der Raum zu einer der führenden Wirtschafts- und Exportregionen Deutschlands mit einer hohen industriellen Wertschöpfung gehört. Die neusten Zahlen mit dem erweiterten Untersuchungsraum bestätigen, dass sich diese Regionen arbeitsteilig in ihren unterschiedlichen Funktionen sowie Arbeits- und Branchenschwerpunkten ideal ergänzen und durch Pendlerverflechtungen eng verbunden sind.
Handlungsfelder:
Die enorme Leistungsfähigkeit stellt die Regionen der Technologieachse Süd jedoch zunehmend vor große Herausforderungen in den Bereichen Verkehr, Fachkräfte, Flächen, Energieversorgung und Forschungs- bzw. Innovationsförderung.

Die Grundlage für die technologische Leistungsfähigkeit wurde in den letzten Jahren insbesondere durch eine gute duale Aus- und Weiterbildung im technischen Bereich gelegt und durch Studierende der MINT-Fächer ergänzt. Die Beschäftigungsentwicklung von 2011 bis 2017 im Gesamtraum in Höhe von über 16 Prozent (über 1 Mio. neue Arbeitsplätze) verdeutlicht den wachsenden Fachkräftebedarf. Zudem spiegelt sich die Attraktivität der Technologieachse Süd für Fachkräfte in den hohen Wanderungsgewinnen wider.

Der Zuzug und die Ausbildung von Fachkräften sind für die Technologieachse Süd einerseits lebensnotwendig, um an der bisherigen Entwicklung festzuhalten. Auf der anderen Seite stellt es die kommunale Seite vor die Aufgabe, weitere Wohnflächen zu schaffen und Infrastrukturen auszubauen. Denn seit 2011 ist der Raum um über 770.000 Einwohner gewachsen – mehr als die Einwohnerzahl der Stadt Frankfurt am Main. Das hat u.a. zur Folge, dass heute die Regionen der Technologieachse Süd zu den angespanntesten Wohnungsmärkten Deutschlands zählen, wie die Untersuchung „Wohnraumbedarf in Deutschland und den regionalen Wohnungsmärkten“ der Prognos-AG aus 2017 zeigt. Der Bedarf an Flächen für zusätzlichen Wohnraum geht einher mit dem Bedarf an zusätzlichen Gewerbe- und Verkehrsflächen, die in einem wirtschaftlich starken und wachsenden Raum benötigt werden.

Dies ist umso mehr von Bedeutung, da der Gesamtraum sehr stark vom Weltmarkt abhängig ist. Das zeigt der Anteil des Auslandsumsatzes am Gesamtumsatz der Industrie in Höhe von 55,9 Prozent – die industriellen Exporte liegen damit rund 17 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. „Diese Zahlen machen deutlich, dass unsere exportorientierte Wirtschaft auf eine gut ausgebaute Verkehrsinfrastruktur für den Warenverkehr angewiesen ist. Nadelöhre auf Schiene und Straße müssen konsequent und schleunigst beseitigt werden“, so Otto Sälzle, Hauptgeschäftsführer der IHK Ulm. 

Neben Fachkräften, Infrastruktur und Fläche spielt auch das Thema Energieversorgung eine große Rolle. Gerade die technologieorientierten Produktionsunternehmen sind auf eine gesicherte Energieversorgung angewiesen. Nach dem Ausstieg aus Kohle und Kernenergie fehlt es jedoch an grundlastfähigen Alternativen, um die Versorgung sicher zu stellen. Dies gilt vor allem für die süddeutschen Produktions- und damit Verbrauchszentren. „Der Unternehmensstandort Deutschland und unsere Region profitieren noch immer von der im weltweiten Vergleich hervorragenden Versorgungssicherheit mit Strom. Diesen Standortvorteil dürfen wir nicht verlieren. Die Politik muss nun endlich die Weichen für eine Energiewende stellen, die Versorgungssicherheit bei gleichzeitig wettbewerbsfähigen Strompreisen in den Vordergrund stellt“, fordert IHK-Präsident Jan Stefan Roell abschließend.

Einer der innovationsstärksten Räume Europas

Die IHK-Region Ulm gehört zu den innovationsstärksten Räumen Europas. Dies zeigt die neue Auswertung des Wirtschaftsforschungsinstituts Prognos AG im Auftrag von 13 Industrie- und Handelskammern entlang der Technologieachse Süd.

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Überblick über den Anteil einzelner Faktoren des Untersuchungsraums der Technologieachse Süd (Kernraum, erweiterter Untersuchungsraum) im Vergleich zu Deutschland
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