Mit zukunftssicherer Lehre zur Karriere

6. August 2019

Bereits heute ist die Fachkräftesituation in der IHK-Region Ulm angespannt. Demografiebedingt wird dieser Engpass gerade in den Jahren ab 2020 weiter ansteigen. Das Fachkräfteangebot sinkt. Weder der ausgebildete Nachwuchs noch Personen aus der stillen Reserve, also erwerbsfähige aber nicht erwerbstätige Menschen, werden die Lücke schließen können. Der dadurch entstehende Bruttowertschöpfungsverlust liegt im Mittel der Jahre 2019 und 2030 damit bei über einer Milliarde Euro pro Jahr. Das entspricht etwa fünf Prozent der für 2019 erwarteten Bruttowertschöpfung.

Der Fachkräftemangel ist dabei bei Weitem kein Akademikerproblem. Zwar sind gerade Akademiker in der Wirtschaft 4.0 verstärkt gefragt. Durch den zunehmenden Anteil der Hochschulabsolventen an einem Jahrgang, schlägt die demografische Entwicklung hier aber nicht so stark durch. Letztlich wird der Mangel an Akademikern abhängig von der Konjunktur bei rund 1.400 Personen liegen. Über 40 Prozent davon sind Ingenieure.
 
Damit ist der Großteil des Mangels auf die beruflich qualifizierten – also nicht-akademischen – Fachkräfte zurückzuführen. Mehr als 5.000 fehlen im Bereich der beruflich fortgebildeten Fachkräfte. Diese umfassen Techniker, Meister sowie Fach- und Betriebswirte. Auch hier führt die Wirtschaft 4.0 zu einer steigenden Nachfrage von Seiten der Unternehmen. Weitere 9.700 Fachkräfte entfallen auf Personen, die eine berufliche Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben. „Diese Zahlen bestätigen eindrucksvoll: Wer seine Zukunft sicher gestalten möchte, ist mit einer dualen Ausbildung oftmals deutlich besser beraten. Das gilt insbesondere auch für junge Leute mit Ambitionen, die gerne Karriere machen würden“, sagt Sälzle.

In den kommenden Jahren werden Fachkräfte aber nicht nur knapper, sondern auch älter. Bis zum Jahr 2030 wird deren Durchschnittsalter von derzeit gut 43 auf über 46 Jahre ansteigen. Die Betriebe müssen künftig also mit einer alternden Belegschaft innovativ und wettbewerbsfähig bleiben. Damit dies gelingt, gilt es, das geringere Arbeitskräftepotenzial noch besser auszuschöpfen.

„Politik und Wirtschaft müssen weiterhin gemeinsam an verschiedenen Stellschrauben ansetzen“, so Sälzle. Die IHK Ulm sei schon seit Jahren in verschiedenen Handlungsfeldern aktiv. Konkrete Projekte und Angebote existieren zum Beispiel bei der Förderung technischer und naturwissenschaftlicher Neigungen von Kindern und Jugendlichen, der Verbesserung der Berufsorientierung, der Sicherung erfolgreicher Ausbildung, dem demografiebewussten Personalmanagement, dem betrieblichen Gesundheitsmanagement sowie der Gewinnung und Integration von Fachkräften aus dem Ausland und von Flüchtlingen. Auch für Studienabbrecher, die mit einer dualen Ausbildung neu starten möchten, hält die IHK ein Angebot bereit. „Interessierte können sich gerne jederzeit an uns wenden“, sagt Sälzle abschließend.

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Die jährlich aktualisierte Webanwendung IHK-Fachkräftemonitor für Baden-Württemberg (www.fachkraeftemonitor-bw.de) errechnet die Entwicklung von Angebot und Nachfrage auf dem Fachkräftearbeitsmarkt, den zeitlichen Verlauf des Fachkräftemangels sowie die Berufe mit dem größten Mangel bzw. Überschuss an Fachkräften bis zum Jahr 2030.

Der Monitor basiert auf einem Berechnungs- und Prognosemodell, das die WifOR Wirtschaftsforschung GmbH, Darmstadt, im Auftrag der baden-württembergischen IHKs entwickelt. Ergänzt wird der IHK-Fachkräftemonitor von dem ebenfalls jährlich aktualisierten IHK-Demografierechner (www.demografierechner-bw.de), der auf dem gleichen Prognosemodell beruht und Unternehmen die Analyse ihrer betrieblichen Altersstruktur und ihres künftigen Bedarfs an Fachkräften ermöglicht.

Mit zukunftssicherer Lehre zur Karriere

In der IHK-Region Ulm fehlen zwischen 2019 und 2030 durchschnittlich mehr als 16.000 Fachkräfte. Vor allem Techniker, Meister oder Fach- und Betriebswirte sind gefragt. Hier bleibt mehr als jede siebte Stelle unbesetzt. „Die Chancen, mit einer Ausbildung Karriere zu machen, werden künftig also noch besser, als sie es ohnehin schon sind“, kommentiert IHK-Hauptgeschäftsführer Otto Sälzle die neueste Prognose des Fachkräftemonitors der Industrie- und Handelskammern in Baden-Württemberg. Die Studie zeigt zudem, dass die Digitalisierung den Fachkräftemangel kaum mindern wird.

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