10 Jahre „Jugend forscht“ in Ulm – eine Erfolgsgeschichte

26. February 2013

Text: Daniel Glanz

„Clusterbildung granularer Medien“, „Behindertengerechte PC-Maus“ oder „Microcontroller gesteuerte Wetterstation“ – so lauteten drei von insgesamt fünfzehn Projekten beim ersten von der Innovationsregion Ulm im Jahr 2004 veranstalteten Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ und „Schüler experimentieren“. Mit gerade einmal 29 Jugendlichen, darunter drei Mädchen, startete der Wettbewerb. Pioniere der ersten Stunde, erinnert sich die heutige Geschäftsführerin der Innovationsregion Ulm, Uschi Knapp: „Der Grundstein wurde damals gelegt und es freut uns sehr, dass sich der Wettbewerb als ein Zugpferd für innovative und kreative Ideen junger Menschen im Bereich Naturwissenschaft so prächtig entwickelt hat.“ So zählt der Ulmer Regionalwettbewerb zu den jüngeren seiner Art in Baden-Württemberg. Denn geforscht wird unter Kindern und Jugendlichen in Baden-Württemberg unter dem Dach der Stiftung „Jugend forscht“ schon seit 1966 – in heute neun Regionalwettbewerben. Durch den Ulmer Ableger konnte für Tüftlerinnen und Tüftler in der Region Ulm diese „Versorgungslücke" 2004 endlich geschlossen werden.

Aus einer Not eine Tugend gemacht


Über die Jahre entwickelte sich der Ulmer Regionalwettbewerb stetig weiter. Die Teilnehmerzahlen und die Anzahl der Projekte stiegen und schon im dritten Jahr konnten Regionalsieger aus Ulm auch beim Landeswettbewerb überzeugen und in den Fachbereichen Physik und Chemie jeweils zweite Plätze bei „Jugend forscht“ und „Schüler experimentieren belegen. Dabei war der Einstieg in den Wettbewerb alles andere als geplant, erinnert sich Uschi Knapp, denn „als der damalige Landeswettbewerbsleiter Dr. Jürgen Lücke auf uns zukam und von der Idee berichtete, fanden zwar viele Gespräche mit Unternehmen statt, die als Patenunternehmen infrage kämen. Aber letztendlich konnte keines dafür gewonnen werden, den Regionalwettbewerb in Ulm auszurichten.“ Kurzerhand entschied sich der Vorstand der Innovationsregion Ulm, den Wettbewerb in Eigenregie durchzuführen. Ein Entschluss, der sich lohnen sollte. Haben doch bis heute immerhin schon 766 junge Nachwuchsforscherinnen und -forscher daran teilgenommen und sogar schon bei Landes- und Bundeswettbewerben für Furore gesorgt. Den Höhepunkt erlebte der Wettbewerb 2011: Gleich vier Gruppen aus Ulm siegten zuerst beim Landeswettbewerb – zwei Projekte wurden später sogar mit dem Bundespreis ausgezeichnet, zwei erhielten Sonderpreise. Knapp: „ Das hat uns ganz besonders gefreut. Es zeigt, was für ein Potenzial hier in der Region vorhanden ist.“. Zuletzt überzeugte 2012 Alexander Emhart die Jury auf allen Wettbewerbsebenen. Im Fachbereich Chemie untersuchte er mit seiner Arbeit „Elektolytische Wasserstoffraffination“, wie aus Biomasse reiner Wasserstoff gewonnen werden kann und holte damit wieder einen Bundessieg für die Innovationsregion Ulm.

Mädchen können Naturwissenschaft


Auch wenn knapp ein Drittel der Teilnehmerinnen beim Ulmer Regionalwettbewerb schon jetzt Mädchen sind, arbeitet die Innovationsregion Ulm weiter daran, noch mehr dafür zu tun, das diese Zahl weiter steigt. „Denn Naturwissenschaft ist zwar bei Jungen sehr beliebt, Mädchen können dort aber ebenfalls sehr erfolgreich sein“, so die Geschäftsführerin Uschi Knapp. Das beweist auch das Beispiel von Carina Lämmle aus Biberach. Die heute 18-Jährige gehörte 2011 zu einer Gruppe, die beim Regionalwettbewerb in Ulm mit dem Projekt „Phasenkarussell“ die Dichte von Flüssigkeiten bestimmte, die Jury überzeugte – und auch beim Bundeswettbewerb im Bereich Physik den ersten Platz belegte. In der Folge lehrte sie sogar als Dozentin an der Fachhochschule Biberach und war somit Deutschlands jüngste Dozentin. Heute ist sie als Betreuerin einer jungen Forschungsgruppe beim Regionalwettbewerb aktiv.

Im Jubiläumsjahr der Teilnehmerrekord


Von Anfang an mit beim Regionalwettbewerb dabei war auch der langjährige Wettbewerbsleiter Michael Roosz. 2012 schied er aus beruflichen Gründen aus. In diesem Jahr liegt die Leitung zum ersten Mal bei seinem Nachfolger, dem Studienrat Jochen Krüger aus Bad Waldsee, der künftig die Geschicke des Regionalwettbewerbs gemeinsam mit seinem Jurorenteam bestimmt. Und im Jubiläumsjahr steuert die Innovationsregion Ulm als Patin des Wettbewerbs auf den ersten Höhepunkt zu: Zum zehnjährigen Bestehen nehmen 113 Kinder und Jugendliche mit 58 Projekten daran teil, so viele wie noch nie zu vor. Eine besondere Ehre beim Regionalwettbewerb 2013: Der Geschäftsführer der Stiftung „Jugend forscht“, Dr. Sven Baszio, wird bei der Feierstunde am 2. März in Ulm mit anwesend sein, um den erfolgreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu gratulieren. Die Geschichte des Regionalwettbewerbs „Jugend forscht“ und „Schüler experimentieren“ in Ulm kann somit weitergeschrieben werden. Die Vergangenheit hat bewiesen: Die Innovationsregion Ulm ist reich an Tüftlern und Talenten – sie erhalten hier ihre Chance, dies zu beweisen.

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Mehr zu "Jugend forscht" und "Schüler experimentieren" auch auf unserer Sonderseite.

10 Jahre „Jugend forscht“ in Ulm – eine Erfolgsgeschichte

Jungen Tüftlern und Talenten aus der Region eine Plattform zu bieten, ihre naturwissenschaftlichen Projekte vorzustellen und damit sogar zum Landes- und Bundeswettbewerb von „Jugend forscht“ zu fahren: Das unterstützt die Innovationsregion Ulm erfolgreich seit nunmehr zehn Jahren. Inzwischen sind sogar schon Bundessieger aus dem Ulmer Regionalwettbewerb hervorgegangen. Doch angefangen hat alles einmal sehr klein. Ein Rückblick auf die Anfänge.

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Das Motto zum 10-jährigen Jubiläumsjahr: "Deine Idee lässt dich nicht mehr los?". Bild: Innovationsregion Ulm
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